
Hilfsmittel
Hilfsmittel bei Gelenkerkrankungen wie Arthritis, Arthrose und Gicht haben viele Gemeinsamkeiten, dennoch gibt es auch wichtige Unterschiede aus der Art der jeweiligen Erkrankung.
Viele Hilfsmittel, die die Gelenke entlasten und den Alltag erleichtern, sind bei allen Gelenkerkrankungen sinnvoll:
- Orthesen und Bandagen stützen das Gelenk, stabilisieren es und können die Schmerzen lindern. Bei Gicht werden sie vor allem eingesetzt, um ein akut entzündetes Gelenk ruhig zu stellen.
- Gehhilfen: Gehstöcke, Unterarmgehstützen oder Rollatoren, die die Gelenke von Hüfte und Knie entlasten.
- Einlagen und Schuhe: Während sie bei Arthrose und Arthritis primär der langfristigen Entlastung, Stützung oder Korrektur von Fehlstellungen dienen, sind sie bei Gicht oft auch zur Linderung von akuten Schmerzen von entscheidender Bedeutung.
- Alltagshilfen erleichtern tägliche Handgriffe, die durch Gelenkschmerzen erschwert werden.
- Kälte- und Wärmetherapie: Kältepacks sind nicht nur bei einem einem akuten Gichtanfall ein sehr wichtiges Hilfmittel, sie können auch bei akuten, entzündlichen Schüben (Arthritis, Arthrose) Schmerzen und Schwellungen lindern. Wärmetherapie (z. B. mit Wärmekissen oder Paraffinbädern) kann bei chronischen Gelenkschmerzen zur Entspannung beitragen.
- TENS-Geräte: Die transkutane elektrische Nervenstimulation kann zur Schmerztherapie bei allen chronischen Gelenkschmerzen eingesetzt werden.
- Nahrungsergänzungsmittel sollen die Gelenkfunktion unterstützen oder Entzündungen reduzieren.
Spezifische Unterschiede bei Gicht
Während Arthrose und die meisten Arthritis-Formen chronische Erkrankungen sind, äußert sich die Gicht oft in akuten, extrem schmerzhaften Schüben, den sogenannten Gichtanfällen. Die Hilfsmittel bei Gicht zielen daher primär auf die schnelle Linderung der akuten Entzündung und des Schmerzes ab.
- Kälteanwendungen: Bei einem akuten Gichtanfall sind kühlende Umschläge (z. B. mit Kältepacks) ein sehr wichtiges Hilfsmittel. Die Kälte lindert die starke Entzündung und die Schwellung. Dies ist ein entscheidender Unterschied zur Arthrose, bei der oft Wärmeanwendungen zur Linderung von Schmerzen infrage kommen. Bei einer akuten Gichtentzündung sollte Wärme vermieden werden, da sie die Entzündung verstärken kann.
- Ruhigstellung: Ein Gelenk, das von einem Gichtanfall betroffen ist, muss dringend ruhiggestellt werden. Eine Bandage oder eine Schiene kann dabei helfen. Jede Bewegung und Belastung verschlimmert den Schmerzen.
- Ernährung: Obwohl keine direkten „Hilfsmittel“, spielt die richtige Ernährung bei Gicht eine übergeordnete Rolle, da sie die Ursache (erhöhte Harnsäurewerte) direkt beeinflusst. Eine purinarme Ernährung, viel Flüssigkeit (Wasser, Tee) und der Verzicht auf Alkohol sind essenzielle Maßnahmen, um Anfälle zu verhindern.
Darüber gibt es Therapieknete und Handtrainer als spezifische Hilfsmittel, die in erster Linie bei Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Hände, Finger und Handgelenke zum Einsatz kommen. Bei Gicht sind diese, wie bereits besprochen, nur in der Erholungsphase nach einem Anfall sinnvoll, um die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Orthopädische Hilfsmittel
Diese Hilfsmittel unterstützen und stabilisieren die Gelenke von außen. Sie werden oft vom Arzt verschrieben und von Sanitätshäusern angepasst.
- Bandagen: Elastische, textile Hilfsmittel, die durch Kompression die Durchblutung fördern und das Gelenk leicht stabilisieren (z. B. bei Gelenkschwellungen).
- Orthesen: Im Gegensatz zu Bandagen sind Orthesen komplexer konstruiert, oft mit festen Elementen wie Schienen oder Gelenken. Sie bieten eine stärkere Stütze und können das Gelenk entlasten, korrigieren oder sogar immobilisieren (z. B. bei Knie- oder Handgelenkarthrose).
- Orthopädische Einlagen und Schuhe: Speziell angefertigte Einlagen oder Schuhe können Fehlstellungen im Fuß korrigieren, die Abrollbewegung erleichtern und somit die Belastung auf Knie, Hüfte und Wirbelsäule reduzieren.
Alltagshilfen
Diese kleinen Helfer erleichtern tägliche Handgriffe, die durch Gelenkschmerzen erschwert werden.
- Ergonomische Griffe: Für Besteck, Kugelschreiber, Flaschenöffner und andere Gegenstände, die das Greifen erleichtern und die Gelenke in den Händen schonen.
- An- und Ausziehhilfen: Strumpfanzieher oder Knöpfhilfen, die unnötiges Bücken oder schwierige Fingerbewegungen vermeiden.
- Greifhilfen: Lange Greifzangen, um Gegenstände vom Boden aufzuheben, ohne sich bücken zu müssen.
- Hilfsmittel im Bad: Duschhocker, Toilettensitzerhöhungen und Haltegriffe, um die Sicherheit zu erhöhen und Belastungen zu minimieren.

Bandagen und Orthesen
Bandagen und Orthesen werden oft verwechselt, obwohl sie sich in ihrer Funktion und ihrem Aufbau grundlegend unterscheiden.
Eine Bandage ist ein elastisches Hilfsmittel aus textilem Material. Sie wird wie ein Kompressionsstrumpf um ein Gelenk gelegt und übt leichten Druck aus.
- Hauptfunktion: Stabilisierung durch Kompression. Sie fördert die Durchblutung, lindert Schwellungen und gibt dem Gelenk ein besseres Stabilitätsgefühl.
- Anwendung: Leichte Überlastungen, Schwellungen, zur Prävention bei Sport oder zur Unterstützung im Alltag.
Eine Orthese ist ein komplexeres, oft maßgefertigtes Hilfsmittel, das meist starre oder feste Elemente aus Kunststoff, Metall oder Carbon enthält.
- Hauptfunktion: Entlastung, Führung, Korrektur oder Ruhigstellung eines Gelenks. Sie kann die Bewegung eines Gelenks einschränken oder sogar komplett verhindern.
- Anwendung: Instabilität nach Bänderrissen, fortgeschrittene Arthrose, nach Operationen oder zur Korrektur von Fehlstellungen.
Wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt und Ihr Arzt eine Orthese verordnet, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten, die bei hochwertigen Orthesen mehrere hundert Euro betragen können und von einem Orthopädietechniker im Sanitätshaus professionell angepasst wird.
Bezugsquellen für Bandagen
Bei Sanpura finden Sie Bandagen zur Behandlung, Linderung und Vorbeugung von Gelenkbeschwerden. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Bereich Gesundheitsprodukte und Seniorenbedarf steht Sanpura auch gerne beratend für Sie zur Seite.

Kniebandagen und Knieschutz
Im Alltag werden die Knie immer wieder aufs Neue belastet. Mit Kniebandagen schützen und entlasten Sie beanspruchte Knie, lindern Schmerzen oder beugen Verletzungen vor.

Fußbandagen und Fußgelenkschutz
Eine Fußbandage schützt und entlastet beanspruchte Füße, stabilisiert Fußgelenke und Knöchel und lindert Belastungsschmerzen. Durch den festen Halt schont die Fußbandage das Sprunggelenk und fördert die Heilung nach einer Verletzung.

Ellenbogenbandagen und -schutz
Ellenbogenbandagen sind hilfreiche Begleiter beim Sport und im Alltag. Sie stützen das Oberarm-Unterarm-Gelenk, lindern und beugen Schmerzen vor und können im Rahmen einer Therapie eingesetzt werden.

Handgelenkbandagen und -schutz
Mit der passenden Handgelenkbandage können Sie Ihre Gelenke wirkungsvoll vor Überlastung schützen.

Gehhilfen
Unter dem Begriff „Gehhilfen“ fallen verschiedene Hilfsmittel, die bei Gelenkschmerzen das Körpergewicht abfedern, das Gleichgewicht verbessern und so Schmerzen lindern sowie die Mobilität erhöhen. Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen drei Haupttypen:
Gehstöcke sind die einfachsten und am häufigsten verwendeten Gehhilfen.
- Handgehstock: Ein einfacher Stock, der aus einem Handgriff, einem Schaft und einem Gummipuffer besteht. Er eignet sich für leichte Gangunsicherheiten oder zur Entlastung eines Gelenks bei leichten bis mittleren Schmerzen.
- Multifunktionsgehstöcke sind Gehhilfen, die über die reine Stützfunktion hinaus zusätzliche Eigenschaften bieten, um den Komfort, die Sicherheit oder die Funktionalität für den Nutzer zu erhöhen.
Unterarmgehstützen werden oft umgangssprachlich als Krücken bezeichnet.
- Klassische Krücken: Sie bestehen aus einem Handgriff und einer Unterarmschale, in die der Arm gestützt wird. Sie können das Körpergewicht wesentlich stärker entlasten als ein Gehstock und werden daher oft nach Operationen oder bei stärkeren Schmerzen eingesetzt.
- Arthritis-Gehstützen: Eine spezielle Form mit einer breiten, gepolsterten Auflagefläche für den Unterarm. Dadurch wird das Gewicht nicht über die Hand, sondern über den gesamten Unterarm verteilt. Das schont die Handgelenke und ist ideal für Patienten mit Arthrose oder Rheuma in den Händen.
Rollatoren sind fahrbare Gestelle mit vier Rädern, Bremsen und einem Handgriff.
- Zweck: Er bietet eine sehr hohe Stabilität und eignet sich für Menschen mit stärkeren Gleichgewichtsproblemen oder für längere Gehstrecken. Die integrierte Sitzfläche ermöglicht Pausen.
- Sondermodelle: Es gibt auch spezielle Arthritis-Rollatoren, die ebenfalls mit gepolsterten Unterarmstützen ausgestattet sind, um die Hand- und Handgelenke zu entlasten.
Darüber hinaus gibt es noch Gehgestelle (Gehbock), die bei jedem Schritt angehoben werden müssen. Sie bieten die größte Stabilität und werden hauptsächlich bei Personen mit sehr starker Gehunsicherheit oder zum Wiedererlernen des Gehens eingesetzt. Sie sind jedoch weniger dynamisch als Rollatoren und werden meist nur im Innenbereich genutzt.
Bezugsquellen für Gehstöcke
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Handgehstock
Diese Gehstöcke lassen sich häufig in der Höhe in Stufen individuell an den Nutzer anpassen (z.B.: 72–100 cm Griffhöhe). Die Gummifüße sind meistens rutschfest und bieten einen sicheren Halt. Bite achten Sie auf das maximale Benutzergewicht für eine ausreichende Sicherheit.

Gehstock-Aufsätze
Gehstock-Aufsätze mit breiten Auflagefläche verleiht mehr Bodenhaftung bei glatten oder rutschigen Untergründen und sorgt für mehr Halt sowie Trittsicherheit. Zusatzfunktion: Sollte der Gehstock einmal umfallen oder aus der Hand rutschen, so kann der Aufsatz einfach mit dem Fuß angetippt werden und lässt sich ohne mühsames Bücken wieder aufrichten.

Gehstock mit Aufstehhilfe
Ein Gehstock mit breiterem Standfuß und einem ausklappbarer Zweitgriff machen Gehstöcke nicht nur zur perfekten Geh-, sondern auch zur Aufstehhilfe, die einem das Aufstehen aus sitzender Position erleichtert.

Mehr als nur eine Gehhilfe
Ein Gehstock mit zuschaltbarem roten Blinklicht und ein weißes LED-Licht im Griff sorgen bei Dunkelheit für mehr Sicherheit. Auf Knopfdruck können Sie sogar eine Alarmsirene ertönen lassen.
Bezugsquellen für Unterarmgehstützen
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Klassische "Krücke"
Die klassische "Krücke" erlaubt es dem Benutzer, einen Teil seines Körpergewichts auf die Arme zu verlagern. Im Gegensatz zu Achselstützen wird das Gewicht nicht unter der Achsel, sondern über die Hände und Unterarme getragen, was Nervenschädigungen vermeidet und eine stabilere Haltung ermöglicht. Sie wird oft paarweise genutzt, kann aber auch einzeln zum Einsatz kommen.

Achselstützen
Die Hauptfunktion der Achselstützen besteht darin, die Arme zu verwenden, um den größten Teil des Körpergewichts zu tragen, während die Krücke unter der Achsel die Stabilität und den Halt erhöht.

Arthritis-Gehstützen
Sind die Handgelenke ebenfalls von der Arthritis betroffen, helfen die zuvor genannten Gehstöcke, da das ganze Körpergewicht auf den Handgelenken liegt. Arthritis-Gehstützen haben daher eine gepolsterte Armauflage und können zusätzlich mittels Klettbändern an den Armen befestigt werden. Durch diese spezielle Konstruktion der Gehhilfe wird das Körpergewicht beim Laufen auf den Unterarm verteilt und entlastet somit das bereits gereizte Handgelenk.
Bezugsquellen für Rollatoren
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3-Rad-Aluminiumrollator
Mit einem Eigengewicht von nur knapp über 4 kg ist dieser 3-Rad-Aluminiumrollator sehr leicht und handlich – aber trotzdem enorm stabil. Das Frontrad ist nach links und rechts schwenkbar, die Hinterräder sind richtungsstarr. Die Tasche macht den Rollator bei Bedarf zum Mini-Einkaufswagen. Zusammengefaltet und ohne Tasche lässt er sich bequem in einer Schranknische verstauen. Die beiden ergonomisch geformten Griffe sind wie bei einem Standard-Rollator mit Bremshebeln versehen.

Rollator und Transportstuhl
Was tun, wenn unterwegs die Kondition nachlässt? Dieser Rollator verwandelt sich bei Bedarf ganz einfach in einen Transportstuhl, in dem man sich bequem schieben lassen kann. Der faltbare Stoffsitz und die weich gepolsterte Rückenlehne sorgen für optimalen Komfort. Mit einem Griff kompakt zusammenzuklappen.
EXTRAS: Tasche, Stockhalter, Abnehmbare Fußstützen, platzsparend faltbar.

Outdoor-Rollator mit Lufträdern
Bis ins hohe Alter mobil zu bleiben – wer wünscht sich das nicht? Jetzt ist es noch leichter geworden: Dieser Rollator punktet mit optimaler Stabilität und Wendigkeit. Mit seinen extra großen, gelenkschonenden Lufträdern ist er auch auf unbefestigten Wegen einsetzbar.
EXTRAS: Netztasche, Stockhalterung, ergonomische-Griffe, Ankipphilfe, Reflektoren.

Rollator in
Handgepäckgröße
Erweitern Sie Ihren Aktivitätsradius mit dem Aluminium-Vierrad-Rollator. Das leichte Modell lässt sich auf Handgepäckgröße zusammenklappen und ist der ideale Begleiter auf Flug- und Bahnreisen.
EXTRAS: Tasche (als Schultertasche nutzbar), Stockhalter, Rückengurt, Blockierbremse, Feststellbremse, Reflektoren, Ankipphilfe.

Einlagen und Schuhe
Das übergeordnete Ziel der richtigen Schuhe und Einlagen ist die Reduzierung von Schmerzen und Druck auf die betroffenen Gelenke.
- Dämpfung und Polsterung: Alle Schuhe und Einlagen sollten eine sehr gute Dämpfung bieten, um Stöße beim Gehen zu absorbieren. Weiche, flexible Materialien im Sohlenbereich und eine zusätzliche Polsterung im Fersen- und Vorfußbereich sind entscheidend.
- Passgenauigkeit und Komfort: Unabhängig von der Erkrankung müssen die Schuhe optimal passen, um Druckstellen und Reibung zu vermeiden. Sie sollten über ausreichend Platz im Zehenbereich verfügen, um eine natürliche Bewegung zu ermöglichen.
- Stützung des Fußgewölbes: Einlagen bieten eine anatomisch korrekte Unterstützung des Fußgewölbes, um eine Fehlbelastung zu verhindern und die Last gleichmäßig auf den Fuß zu verteilen.
- Flexible Sohle: Eine Sohle, die sich gut abrollen lässt, kann die Arbeit der Gelenke erleichtern und somit die Belastung im Gangzyklus reduzieren.
Bei Arthrose liegt der Fokus auf der Gelenkstabilisierung, bei Arthritis auf weicher Polsterung bei Schwellungen und bei Gicht auf der kompletten Druckentlastung während des Anfalls.
Einlagen und Schuhe bei Arthrose
Die Wahl der Einlagen und Schuhe hängt entscheidend davon ab, in welchem Gelenk die Arthrose sitzt. Das liegt am Prinzip der biomechanischen Kette: Das Fußgelenk ist die Basis. Jede Veränderung der Belastung am Fuß hat direkte Auswirkungen auf die Gelenke weiter oben, also Knie und Hüfte.
Spezifische Anpassungen zielen darauf ab, genau das Gelenk zu entlasten, das von der Arthrose betroffen ist.

Kniearthrose
Bei Kniearthrose ist das Hauptziel, den Druck von der beschädigten Knorpelfläche auf die gesunde Seite des Gelenks zu verlagern. Dies wird durch spezielle Keil-Einlagen erreicht:
Mediale Keil-Einlagen: Bei einer Arthrose der Innenseite des Knies (mediale Gonarthrose, häufigste Form), die oft mit einer "O-Bein-Stellung" einhergeht, wird eine Einlage mit einem Keil auf der Innenseite verwendet. Das Ziel ist es, den Fuß leicht nach außen zu kippen und so die Belastung von der Innenseite des Knies auf die Außenseite zu verlagern.
Laterale Keil-Einlagen: Bei einer Arthrose der Außenseite des Knies, die seltener vorkommt und oft mit einer "X-Bein-Stellung" verbunden ist, wird ein Keil auf der Außenseite der Einlage angebracht, um den Druck von der Außenseite zu nehmen.

Hüftarthrose
Bei einer Hüftarthrose besteht das Hauptproblem darin, die Stoßbelastung, die bei jedem Schritt über das Bein zur Hüfte geleitet wird, zu minimieren. Hier liegt der Fokus nicht auf einer seitlichen Entlastung, sondern auf der allgemeinen Dämpfung:
Stoßdämpfende Schuhe: Das wichtigste Merkmal sind weiche, gut gedämpfte Sohlen, die den Aufprall beim Gehen stark abfedern.
Stabile Einlagen: Orthopädische Einlagen stabilisieren den Fuß in einer neutralen Position, um die Schockkräfte optimal zu verteilen und eine ungleichmäßige Belastung zu vermeiden, die das Hüftgelenk zusätzlich stressen würde.

Fußarthrose
Hier geht es vor allem darum, schmerzhafte Bewegungen des Fußgelenks selbst zu vermeiden und den Druck gezielt umzuleiten:
Abrollhilfen (Rocker-Sohlen): Bei Arthrose im Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus) ist es schmerzhaft, den Fuß natürlich abzurollen. Schuhe mit einer Abrollsohle übernehmen diese Bewegung, sodass das Gelenk nicht mehr stark gebeugt werden muss.
Druckumverteilende Einlagen: Speziell angepasste Einlagen enthalten Aussparungen oder weiche Polsterungen direkt unter dem schmerzenden Gelenk, um den Druck wegzuleiten und auf gesunde, weniger belastete Bereiche des Fußes zu verteilen.
Einlagen und Schuhe bei Arthritis und Gicht
Hauptziel von Einlagen und Schuhen bei Arthritis: Schutz der entzündeten, geschwollenen Gelenke vor Druck und Reibung.
- Spezifische Einlagen:
Weichpolstereinlagen sind hier die erste Wahl. Sie sollen den Fuß in eine neutrale Position bringen und gleichzeitig die empfindlichen Gelenke schonend betten. - Spezifische Schuhe:
Aufgrund der oft auftretenden Gelenkschwellungen und Verformungen (z. B. Hallux valgus) sind Schuhe mit besonders weichem, dehnbarem Material und einer weiten Passform im Vorfußbereich essenziell. Oft sind Schnürungen oder Klettverschlüsse besser geeignet als enge Schlupfschuhe.
Hauptziel von Einlagen und Schuhen bei Gicht: Schmerzlinderung durch vollständige Entlastung des entzündeten Gelenks.
- Spezifische Schuhe: Während eines akuten Gichtanfalls am Großzehengrundgelenk (der häufigsten Stelle) sind extra breite, offene Schuhe oder Spezialschuhe mit einem weiten Schaft und einer sehr weichen Sohle notwendig. Jeglicher Druck auf das Gelenk muss vermieden werden.
- Spezifische Einlagen: Einlagen sind während des akuten Schubs meist nicht nutzbar, da sie den Druck verstärken könnten. Nach Abklingen des Anfalls können sie jedoch helfen, den Fuß zu stabilisieren und künftige Fehlbelastungen zu vermeiden.
Geleinlagen und orthopädische Einlagen
Geleinlagen und orthopädische Einlagen erfüllen zwei grundverschiedene Funktionen.
Geleinlagen
- Zweck: Sie sind in erster Linie ein Komfort-Produkt. Ihre Hauptfunktion ist es, zu dämpfen und Stoßbelastungen zu absorbieren.
- Funktion: Das weiche Gelmaterial polstert den Fuß und reduziert den Druck auf die Sohle. Sie sind ideal für Schuhe, die wenig Dämpfung bieten, oder für Menschen, die einfach zusätzlichen Komfort im Alltag suchen oder beruflich viel stehen müssen.
- Grenzen: Geleinlagen haben keine korrigierende Wirkung. Sie passen sich der Fußform an, ohne sie aktiv zu stützen oder Fehlstellungen wie einen Knick- oder Senkfuß zu beheben.
Orthopädische Einlagen
- Zweck: Sie sind ein medizinisches Hilfsmittel. Ihr Ziel ist es, Fußfehlstellungen zu korrigieren und Schmerzen, die durch eine falsche Fußstatik verursacht werden, gezielt zu behandeln.
- Funktion: Diese Einlagen bestehen aus festeren Materialien wie Kork, Leder oder Kunststoff. Sie werden individuell gefertigt oder angepasst, um das Fußgewölbe zu stützen und eine anatomisch korrekte Haltung zu erzwingen, Druck umzuverteilen, indem sie gezielt die Belastung von schmerzhaften Stellen nehmen (z. B. bei Fersensporn oder Arthrose im Großzehengrundgelenk) und Fehlstellungen zu korrigieren, was sich positiv auf Gelenke wie Knie und Hüfte auswirken kann.
Fazit:
Wenn eine Korrektur oder gezielte Entlastung erfordert (wie es bei Arthrose der Fall ist), sind orthopädische Einlagen mit entsprechender Formgebung besser als Geleinlagen. Geleinlagen können in solchen Fällen lediglich die Symptome kurzfristig lindern, aber sie beheben nicht die Ursache und können sogar kontraproduktiv sein, wenn sie dem Fuß die notwendige Stabilität nehmen.

Geleinlagen
Das weiche, anpassungsfähige Gelmaterial federt den Aufprall ab und schont dadurch Gelenke, Knochen und Sehnen. Dies kann Schmerzen in den Füßen, Knien, Hüften lindern. Bei täglicher Anwendung der Gel-Einlegesohle zeigen Tests eine Reduzierung von Gelenkbeschwerden.

Orthopädisches Leder-Fußbett
Dank seines aufwändig eingearbeiteten Fersensporn-Polsters, der Längsgewölbe-Stütze, Spreizfuß-Pelotte und des Hammerzeh-Stegs korrigiert es aktiv Fehlabläufe – und unterstützt müde Muskeln. Seine feinen Löcher fördern die Luftzirkulation und transportieren die Feuchtigkeit nach außen.
Bezugsquellen für verschiedene Alltagshilfen
Bei Sanpura finden Sie verschiedene Alltagshilfen, die den Alltag erleichtern und die Gelenke schonen. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Bereich Gesundheitsprodukte und Seniorenbedarf steht Sanpura auch gerne beratend für Sie zur Seite.

Orthopädische Kniekissen
Eine orthopädische Kniekissen bietet sanfte Druckentlastung der Knuiegelenke in der Seitenlage. Zusätzlich bringt es Wirbelsäule und Becken in eine orthopädisch günstigere Lage.

Strümpfe anziehen, ohne Bücken
Stülpen Sie Socken und Strumpfhosen über die Anziehhilfe und ziehen Sie diese dann, wie mit einem verlängerten Arm, über Fuß und Ferse. Die Bänder dieses Helfers sind 68 cm lang und mit praktischen Schlaufen versehen.

Greifhilfe
Mit der mechanischen „Hand“ und dem Haken am unteren Ende befördern Sie Gegenstände aller Art nach oben, ohne sich zu verrenken. Metallische Kleinteile wie Schlüssel und Münzen „packt“ der integrierte Magnet.

Haltegriff
Der Griff unterstützt Sie beim Aufstehen vom Stuhl, beim Betreten der Duschkabine oder Aussteigen aus der Badewanne. Die Saugnäpfe halten auf allen glatten Flächen (z. B. Fliesen).

Griffverdickungen
Die Griffverdickungen sind sofort einsatzbereit (einfach aufstecken - fertig!). Ob Besteck, Zahnbürste, Stifte, Werkzeug...jetzt sind selbst filigranste Gegenstände wieder selbstständig greifbar. Zwei unterschiedliche Öffnungen (schlitz- bzw. kreuzförmig) passen auf nahezu alle Griffe. Ergonomisch geformt und gerillt liegen die Griffverdickungen rutschsicher in der Hand.

Multi-Öffner
Dieser Helfer ist ein echtes Multitalent – Einmachgläser, Flaschen mit Kronkorken oder Schraubverschluss sowie Dosen mit Ring-Pull-Verschluss – alles kein Problem und leicht zu öffnen! Dank des ergonomischen Griffs liegt er sicher in der Hand.
Bezugsquellen für Kälte- und Wärmepacks
Kältepacks sind nicht nur bei einem einem akuten Gichtanfall ein sehr wichtiges Hilfmittel, sie können auch bei akuten, entzündlichen Schüben (Arthritis, Arthrose) Schmerzen und Schwellungen lindern. Wärmetherapie (z. B. mit Wärmekissen oder Paraffinbädern) kann bei chronischen Gelenkschmerzen zur Entspannung beitragen.

Kühl-/Wärmepacks
Einfach im Kühlschrank vorkühlen bzw. in der Mikrowelle oder im Backofen erwärmen. Set mit 3 unterschiedlichen Bandagen aus PCV und Nylon, mit Geleinlage.

Moor-Wärmepack
Dieses Moor-Wärmepack ist mit Moorgel und reinem, aufbereitetem Moor befüllt und spendet über einen langen Zeitraum hinweg gleichmäßige und wohltuende Wärme. Die spezielle Form schmiegt sich perfekt an den Körper an. Sehr angenehm auf der bloßen Haut ist die Velours-Beschichtung. Zum Aufheizen für ca. 2 Minuten in die Mikrowelle geben.
Bezugsquellen für TENS-Geräte
Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) kann zur Schmerztherapie bei allen chronischen Gelenkschmerzen eingesetzt werden.

TENS für Knie und Ellenbogen
Mit dieser Universalmanschette können Sie das TENS-Gerät sowohl am Knie, als auch am Ellenbogen bei Arm- und Oberschenkel-Umfängen von 25 - 70 cm nutzen. Das Medizingerät ermöglicht durch die transkutane elektrische Nervenstimulation eine medikamentenfreie Schmerzlinderung.

Thermo-TENS-Gerät
Drei Funktionen in nur einem Gerät: WÄRME, TENS oder TENS mit Wärme. Das Gerät lässt sich durch 15 Intensitätsstufen auf Ihre Bedürfnisse individuell einstellen. Anwendbar auf verschiedenen Bereichen, wo Sie die wohltuende TENS- und Wärmeanwendung benötigen.
Ernährung und Bewegung
Diät und Sport sind eine sichere und effektive nicht-pharmakologische Intervention, die in klinischen Leitlinien empfohlen wird.
Sie sollten jedoch nicht mit der Erwartung diese Lebensstilinterventionen durchführen, dass Ihre Schmerzen massiv und schnell verschwinden, da der Effekt auf die Schmerzreduktion nach einer randomisierten klinischen Studie als gering eingestuft wird. Die durchgeführte Studie zeigt, dass die Schmerzdifferenz von -0,6 der Diät- und Sportgruppe auf dem sog. "WOMAC-Schmerzscore" unterhalb der als klinisch relevant definierten Schwelle von 1,6 Punkten lag. Dies bedeutet, dass die gemessene Schmerzreduktion für Patienten der Diät- und Sportgruppe möglicherweise kaum spürbar ist. Dennoch gab es auch positive Ergebnisse: Die Diät- und Sportgruppe verlor durchschnittlich 7,7 kg (8 % des Körpergewichts), während die Kontrollgruppe nur 1,7 kg (2 %) verlor.
Während Knorpel lange Zeit als nicht regenerierbar galt, da Knorpelgewebe keine Blut- und Nervenversorgung hat, zeigen neuere Studien, dass
- biologische Implantate, die vom Körper absorbiert werden, den Knorpelaufbau fördern können;
- Stammzellen, die im subchondralen Knochenmark oder im Knorpelgewebe selbst vorkommen, können aktiviert und zu Knorpelzellen differenziert werden, um beschädigtes Gewebe zu reparieren;
- zellbiologische Therapieansätze, die auf der Aktivierung biologischer Mechanismen im Körper basieren, um die Knorpelregeneration zu fördern.
Gegenwärtigen gehören biologische Implantate und zellbiologischen Therapieansätze, wie die Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT), zum klinischen Alltag. Die Stammzelltherapie ist ein vielversprechender Ansatz, der jedoch noch als experimentell gilt und nicht flächendeckend als Standardverfahren eingesetzt wird. Sie wird hauptsächlich im Rahmen von klinischen Studien oder in spezialisierten Zentren angewandt.
Behauptungen, dass Arthrose durch nicht-invasive Ansätze "heilbar" sei, stehen oft im Widerspruch zu dem, was in der medizinischen Forschung und Praxis als Heilung verstanden wird. Die Diskrepanz liegt in der Definition von "Heilung":
- Medizinische Definition: Aus medizinischer Sicht bedeutet Heilung die vollständige Regeneration des zerstörten Gelenkknorpels, was mit nicht-invasiven Methoden wie Ernährung und Bewegung derzeit nicht erreicht werden kann.
- Nicht-invasive Ansätze: Bei nicht-invasiven Ansätzen wird "Heilung" oft so interpretiert, dass die Schmerzen stark nachlassen und die Mobilität so weit verbessert wird, dass die Betroffenen eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen.
Die Verwendung des Begriffs "Heilung" kann bei Betroffenen jedoch falsche Erwartungen wecken, insbesondere wenn vorgelegte Beweise anekdotisch (Fallbeispiele) und nicht Teil einer klinischen Studie sind. Die Argumentation mit Makrophagen ist eine Weiterentwicklung des Verständnisses und untermauert die Bedeutung von Ernährung und Bewegung, indem es zeigt, auf welcher zellulären Ebene sie wirken.
Wer Arthrose ausschließlich mit Ernährung und Bewegung behandelt, riskiert Folgendes
- Zerstörung des Gelenks: Die unkontrollierte Entzündung führt zu einem fortschreitenden Abbau von Knorpel, Knochen, Bändern und Sehnen im Gelenk. Dies kann die Beweglichkeit extrem einschränken und letztlich einen Gelenkersatz notwendig machen.
- Chronische Schmerzen: Die Schmerzen können sich von Anlaufschmerzen zu einem konstanten Dauerschmerz entwickeln, der auch in Ruhephasen auftritt und die Lebensqualität massiv einschränkt.
- Verschlechterung der stillen Entzündungen: Die sogenannte "stille Entzündung" (low-grade inflammation) ist ein zentraler Faktor bei Arthrose. Sie ist oft nicht durch akute Symptome wie Rötung oder Schwellung sichtbar, verursacht aber kontinuierlich Schäden im Gelenk. Wenn diese stille Entzündung nicht durch Medikamente, die speziell dafür entwickelt wurden, kontrolliert wird, kann sie über die Gelenke hinaus den ganzen Körper schädigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöhen.
- Bewegungseinschränkung und Muskelabbau: Aufgrund von Schmerzen und Steifheit neigen Betroffene dazu, das Gelenk zu schonen. Dieser Bewegungsmangel kann jedoch zu einem Teufelskreis führen, da der Knorpel für seine Nährstoffversorgung auf Bewegung angewiesen ist. Die Schonung führt zu weiterem Knorpelabbau und gleichzeitigem Muskelabbau, was die Stabilität des Gelenks weiter verschlechtert.
Eine entzündungshemmende Ernährung und gezieltes Training können die Symptome signifikant verbessern und das Wohlbefinden steigern. Sie sind eine wichtige Ergänzung zu einer fachärztlichen Betreuung, die auch Schmerzmittel und in manchen Fällen entzündungshemmende Medikamente umfasst.
Eine unbehandelte oder unzureichend behandelte Arthritis, wie die rheumatoide Arthritis (RA), kann zu erheblichen, irreversiblen Schäden führen, die über die Gelenke hinausgehen:
- Zerstörung der Gelenke: Ohne die Unterdrückung der Entzündung durch Medikamente kann die Gelenkschleimhaut wuchern und den Knorpel, Knochen, Sehnen und Bänder zerstören. Dies führt zu Verformungen, starken Schmerzen und einem vollständigen Funktionsverlust der Gelenke.
- Systemische Folgen: Da Arthritis den gesamten Körper betrifft, können die chronischen Entzündungen zu ernsthaften Komplikationen in anderen Organen führen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall ist stark erhöht. Auch Lunge, Augen und Blutgefäße können geschädigt werden. Die Lebenserwartung von Patienten mit unbehandelter RA kann um 3 bis 13 Jahre verkürzt sein.
- Erhöhtes Sterberisiko: Studien zeigen, dass eine moderne medikamentöse Therapie das erhöhte Sterberisiko bei RA-Patienten senken und an das der Normalbevölkerung angleichen kann.
Auch hier sind Ernährung und Bewegung wichtige unterstützende Maßnahmen, aber kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie.
Für Gicht ist eine alleinige Behandlung mit Ernährung und Bewegung ebenfalls nicht ausreichend und birgt erhebliche Risiken:
- Gicht verläuft in Schüben, die anfangs nur einzelne Gelenke betreffen, bei fehlender oder unzureichender Behandlung jedoch chronisch werden und zu dauerhaften Schäden führen können.
- Dauerhafte Gelenkschäden: Die Harnsäurekristalle lagern sich nicht nur während eines akuten Anfalls in den Gelenken ab, sondern auch in den symptomfreien Phasen. Diese Ablagerungen zerstören langfristig Gelenkknorpel und Knochen, was zu Gelenkverformungen, Arthrose und dauerhaften Bewegungseinschränkungen führt.
- Gichtknoten (Tophi): Bei chronischer Gicht können sich sogenannte Tophi bilden. Das sind knotige, schmerzlose Ablagerungen von Harnsäurekristallen unter der Haut, insbesondere an Ohrmuscheln, Ellenbogen und Fingern. Diese Knoten können aufbrechen und die Haut beschädigen.
- Nierenschäden und Nierensteine: Harnsäurekristalle können sich in den Nieren und Harnwegen ablagern, was zur Bildung von schmerzhaften Nierensteinen führen kann. In schweren Fällen droht eine dauerhafte Schädigung der Nieren bis hin zur Niereninsuffizienz. Studien zeigen, dass unbehandelte chronische Gicht zu einem erhöhten Sterberisiko durch Nierenversagen führen kann.
Eine purinarme Ernährung und regelmäßige Bewegung sind bei Gicht unerlässlich, aber nur als unterstützende Maßnahme zur medikamentösen Therapie.

Medikamentöse Therapie
Im Gegensatz zu den bisher aufgezeigten Hilfsmitteln, die sich auf lokale Anwendungen beschränken, beeinflussen systemische Mittel direkt den Krankheitsverlauf und können in vielen Fällen das Fortschreiten der Gelenkerkrankung stoppen oder zumindest erheblich verlangsamen. Auch wenn Arthrose, Arthritis und Gicht alle Gelenkerkrankungen sind, haben sie aber völlig unterschiedliche Ursachen (Verschleiß, Autoimmunprozess, Stoffwechselerkrankung), was auch die Behandlungsstrategie bestimmt.
Bei Arthrose ("aktiviert") zielt die systemische Behandlung darauf ab, die Entzündung im ganzen Körper zu reduzieren und somit die Schmerzen zu lindern und eine weitere Gelenkschädigung zu verlangsamen. Die hierfür verwendeten systemischen Mittel sind in der Regel orale NSAR (wie Ibuprofen oder Diclofenac). Starke Schmerzmittel wie Opioide werden in den Leitlinien nur als Ultima Ratio bei sehr starken, chronischen Schmerzen empfohlen.
Bei Arthritis (Rheuma) wie der rheumatoiden Arthritis ist die systemische Behandlung die Regel und der Standard. Systemische Medikamente wie Methotrexat (MTX) oder Biologika unterdrücken gezielt die überaktiven Immunzellen und blockieren Entzündungsbotenstoffe, um die Zerstörung der Gelenke zu stoppen und die Krankheit in Remission zu bringen.
Bei Gicht (Stoffwechselerkrankung) zielt die systemische Therapie nicht auf die Entzündung selbst ab, sondern auf die Ursache: den Harnsäurespiegel. Die systemische Therapie, meist mit Allopurinol, hat das Ziel, den Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken, um die Bildung neuer Harnsäurekristalle zu verhindern und bestehende Kristalle langsam aufzulösen. Während eines akuten Anfalls werden systemische Entzündungshemmer (wie NSAR oder Cortison) eingesetzt, um die Schmerzen und die akute Entzündung zu bekämpfen. Dies ist aber eine kurzfristige Therapie. Die eigentliche systemische Dauerbehandlung ist die Harnsäuresenkung.
Wichtig: Bevor Sie rezeptfreie Schmerzmittel einnehmen, sollten Sie immer einen Arzt konsultieren, um die für Sie beste Therapie zu finden und Nebenwirkungen zu vermeiden.
Schmerzmittel
Für die Schmerzlinderung bei Gelenkschmerzen werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die sowohl rezeptfrei als auch verschreibungspflichtig erhältlich sind. Am häufigsten werden nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR wie u.a. Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen) verwendet. Diese Medikamente lindern nicht nur Schmerzen, sondern wirken auch entzündungshemmend und fiebersenkend.
- Wirkmechanismus: NSAR hemmen Enzyme (Cyclooxygenasen, COX), die für die Produktion von entzündungsfördernden Stoffen (Prostaglandine) verantwortlich sind. Sie greifen direkt in den Entzündungsprozess ein und lindern dadurch Schmerzen und Schwellungen.
- Wirkgeschwindigkeit: Sie wirken in der Regel schnell, oft innerhalb von 30 Minuten bis zu wenigen Stunden, und werden daher häufig bei akuten Schmerzen eingesetzt.
- Anwendung: Sie sind gut geeignet für die kurzfristige Behandlung von akuten Gelenkschmerzen, Entzündungen oder Schüben.
- Nebenwirkungen: Bei langfristiger oder hochdosierter Einnahme können sie erhebliche Nebenwirkungen verursachen, insbesondere Magen-Darm-Probleme (z. B. Magengeschwüre), aber auch Nieren- und Herz-Kreislauf-Probleme.
Ein weiteres häufig eingesetztes Schmerzmittel ist Paracetamol. Es wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend, hat jedoch kaum entzündungshemmende Eigenschaften.
Darüber hinaus wird PEA primär zur Unterstützung bei chronischen Schmerzen wie Arthrose eingesetzt. Es gilt als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als klassisches Medikament. Der Vergleich von herkömmlichen oralen Medikamenten wie NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika) und Palmitoylethanolamid (PEA) bei Gelenkschmerzen zeigt wesentliche Unterschiede in Wirkmechanismus, Anwendungsgebiet, Wirkgeschwindigkeit und Nebenwirkungen.
- Wirkmechanismus: PEA ist ein körpereigenes Fettsäureamid, das im Körper bei Entzündungen produziert wird. Es wirkt, indem es Entzündungszellen (wie Mastzellen) und das überreizte Nervensystem beruhigt. Es greift also nicht direkt in die Produktion von Prostaglandinen ein, sondern reguliert Entzündungen und Schmerzsignale auf natürliche Weise.
- Wirkgeschwindigkeit: Die Wirkung von PEA setzt nicht sofort ein, sondern baut sich über Wochen auf. Eine spürbare Linderung kann erst nach 4 bis 6 Wochen regelmäßiger Einnahme eintreten. Es ist daher für die Behandlung chronischer Schmerzen konzipiert.
- Anwendung: PEA wird primär zur Unterstützung bei chronischen Schmerzen wie Arthrose eingesetzt.
- Nebenwirkungen: PEA gilt als sehr gut verträglich. Es sind kaum Nebenwirkungen bekannt. Da es ein körpereigener Stoff ist, gibt es auch kaum Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Fazit: Während orale Medikamente (NSAR) eine schnelle und starke Wirkung bei akuten Schmerzen haben, ist PEA eine Alternative, die langsam, aber nachhaltig bei chronischen Schmerzen wirkt und dabei ein deutlich geringeres Nebenwirkungsprofil aufweist:

PEA
Palmitoylethanolamid (PEA) ist ein sicheres entzündungshemmendes Nahrungsergänzungsmittel.
- PEA wurde in 47 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) in klinischen Proben untersucht (s. diese Veröffentlichung).
- Die meisten RCTs zeigen eine Wirksamkeit von PEA bei der Schmerzbehandlung und der Messung des allgemeinen Wohlbefindens.
- Ultramikronisierte/mikronisierte PEA-Formulierungen gehören zu den am häufigsten verwendeten und wirksamsten.
- Die Symptomverbesserung ging häufig mit der Modulation von Immunbiomarkern einher.
