Symptome bei Gelenkerkrankungen verstehen
Gelenkschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie sind das zentrale Leitsymptom, das die verschiedenen Erkrankungen des sog. "rheumatischen Formenkreises" miteinander verbindet. Der "rheumatische Formenkreis" (umgangssprachlich "Rheuma") dient als medizinischer Oberbegriff für eine Vielzahl von Krankheiten, die alle den Bewegungsapparat betreffen.
Auf dieser Seite erklären wir die häufigsten Symptome von Gelenkerkrankungen. Die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich sein und variieren stark in ihrer Intensität und Dauer. Es ist wichtig, diese Symptome zu erkennen, um sich für eine geeignete Behandlungsmöglichkeit entscheiden zu können.

Bei Gelenkerkrankungen können Schmerzen, Schwellungen und Steifheit auftreten. Diese Beschwerden können sowohl bei Ruhe als auch bei Bewegung zu spüren sein. Insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen ist eine Schwankung der Schmerzintensität zu beobachten, wobei in der Regel die Morgensteifigkeit als besonders charakteristisch gilt. Zu den weiteren Symptomen können Wärme und Rötung um das betroffene Gelenk gehören.
Eine genaue Diagnose durch einen Facharzt ist ratsam, um die zugrunde liegende Ursache der Gelenkschmerzen zu identifizieren und die passende Behandlung durchzuführen.
Was unterscheidet die Gelenkerkrankungen
Entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankungen (Arthritiden): Hierbei handelt es sich um Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem die Gelenke angreift, wie zum Beispiel
- Rheumatoide Arthritis (umgangssprachlich auch "Gelenkrheuma")
- Psoriasis-Arthritis (Gelenkentzündung im Zusammenhang mit Schuppenflechte)
- Morbus Bechterew (entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und der Kreuzdarmbeingelenke)
- Juvenile idiopathische Arthritis (Rheuma bei Kindern und Jugendlichen)
Degenerative rheumatische Gelenkerkrankungen (Arthrosen): Auch wenn Arthrose primär eine degenerative Erkrankung ("Gelenkverschleiß") ist, spielen Entzündungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten dieser Form der Gelenkerkrankung, was zu einer zunehmenden Betrachtung von Arthrose als entzündliche Erkrankung in der Medizin führt.
Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden, wie zum Beispiel
- Gicht (Gelenkentzündung durch Harnsäurekristalle)
Darüber hinaus gibt es auch Erkrankungen, die zum rheumatischen Formenkreis gehören, aber nicht primär die Gelenke selbst, sondern das Bindegewebe, die Sehnen oder Muskeln betreffen.

Symptome bei Arthritis
Lokale Symptome an den betroffenen Gelenken:
- Schmerzen: Die Gelenke schmerzen, oft auch im Ruhezustand oder nachts.
- Schwellung: Das Gelenk schwillt an und kann sich prall-elastisch anfühlen.
- Erwärmung: Das betroffene Gelenk fühlt sich warm an.
- Rötung: Die Haut über dem Gelenk kann gerötet sein.
- Bewegungseinschränkung: Das Gelenk ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt oder steif. Besonders typisch ist die sogenannte Morgensteifigkeit, die bei chronischen Entzündungen länger als eine Stunde anhalten kann.
Allgemeine Symptome (besonders bei chronischen Arthritiden wie rheumatoider Arthritis):
- Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue): Ein anhaltendes Gefühl von Abgeschlagenheit.
- Allgemeines Krankheitsgefühl: Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust können auftreten.
- Rheumaknoten: Bei manchen chronischen Formen bilden sich feste, schmerzlose Knötchen unter der Haut, meist in der Nähe der Gelenke.
- Symmetrischer Befall: Bei der rheumatoiden Arthritis sind oft die gleichen Gelenke auf beiden Körperseiten betroffen (z.B. beide Handgelenke oder Knie).

Symptome bei Arthrose
Anfängliche Symptome:
- Anlaufschmerz: Ein Schmerz, der nach längerer Ruhepause (z.B. morgens nach dem Aufstehen oder nach langem Sitzen) auftritt und nach einigen Schritten wieder nachlässt.
- Belastungsschmerz: Das Gelenk schmerzt unter körperlicher Belastung, wie beim Treppensteigen oder Tragen von schweren Gegenständen.
- Gelenkgeräusche: Ein Knacken oder Reiben im Gelenk bei Bewegung.
Symptome im weiteren Verlauf:
- Dauerschmerz: Die Schmerzen treten auch in Ruhephasen und nachts auf.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Das Gelenk lässt sich nicht mehr so weit bewegen wie früher. Es kann zu einem Gefühl der Steifigkeit kommen.
- Gelenkveränderungen: Das Gelenk kann sich vergrößern oder es können sich sichtbare knöcherne Anbauten (Osteophyten) bilden.
- Gelenkschwellung: Bei einer aktivierten Arthrose kann es durch Reizungen im Gelenk zu einer Entzündungsreaktion mit Schwellung, Überwärmung und Rötung kommen.
Es ist wichtig, diese Symptome von denen einer Arthritis zu unterscheiden, da die Morgensteifigkeit bei Arthrose in der Regel nur kurz anhält, während sie bei Arthritis oft über eine Stunde andauert.

Symptome bei Gicht
Lokale Symptome am Gelenk:
- Sehr starke Schmerzen: Der Schmerz ist oft so heftig, dass schon die kleinste Berührung (z.B. durch eine Bettdecke) unerträglich ist.
- Schwellung und Rötung: Das betroffene Gelenk schwillt an und die darüberliegende Haut wird rot, glänzend und gespannt.
- Überwärmung: Das Gelenk fühlt sich heiß an.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Das Gelenk kann aufgrund der Schmerzen und Schwellung nicht mehr normal bewegt werden.
Häufig betroffene Gelenke:
- Am häufigsten ist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen (sogenanntes Podagra).
- Auch andere Gelenke wie Sprunggelenk, Knie, Handgelenk und Ellenbogen können betroffen sein.
Allgemeine Symptome:
- Fieber
- Krankheitsgefühl, Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Erhöhter Puls
Ein unbehandelter Gichtanfall klingt in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen von selbst ab. Bei einer chronischen Gicht können sich Harnsäurekristalle in Form von Knötchen, sogenannten Gichttophi, unter der Haut ablagern, vor allem an den Ohren, Händen und Ellenbogen.
